Peter Lerf

Dragonbound (1): Drachenfeuer

Fantasy-Hörspiel
ca. 78 Minuten
Europa
1 CD; EAN: 886975741724; Euro 6,99

Sprecher:
Erzähler - Jürgen Kluckert
Lea - Bettina Zech
Telon - Christian Rudolph
Rodge - Jann Oltmanns
Dogo - Martin Sabel
Malrik - , Robert Lenkey
Vater - Wolfgang Noack
Vargone - Bernd Hölscher
Computerstimme - Carmen Molinar
u.a.

Regie: Peter Lerf

Inhalt:
Durch ein missglücktes wissenschaftliches Experiment verschlägt es die junge Lea in eine mittelalterliche Parallelwelt, deren Bewohner kurz vor dem Krieg mit bedrohlichen Echsenwesen stehen. Der geheimnisvolle Zauberer Malrik hält das Mädchen für die Prophezeite, die laut einer uralten Sage das lange vergessene Bündnis mit dem im Verborgenen lebenden Volk der Drachen erneuern wird.Malrik schickt Lea, beschützt von den besten Kriegern des Landes, in das ferne Liluell, um dort eine Drachenallianz zu schmieden, die die Welt der Menschen vor dem Untergang bewahren soll. Obwohl Lea ahnt, wie gefährlich diese Reise werden könnte, bleibt ihr doch nichts anderes übrig, als die Soldaten nach Liluell zu begleiten – denn sie vermutet, dort einen Weg zurück in ihre Heimat zu finden.


Kritik:

Der Anfang der neuen Serie ist klasse gemacht und gehört eigentlich eher in die SciFi-Ecke: Bei einem wissenschaftlichen Zeitreise-Experiment verschlägt es die junge Lea in eine Parallelwelt anstatt ins Paris des 18. Jahrhunderts. Lea findet sich wieder in einer Welt, in der Drachen ihr Unwesen treiben und übermächtige Wesen (die Vargonen) Norland und seine Bewohner angreifen. Europa schickt mit "Dragonbound" also eine klassische Fantasy-Story auf den Weg.

Die Geräuschkulisse ist gut arrangiert - vom Vogelgezwitscher bis zum Drachenangriff - und damit ein Pluspunkt der Produktion. Die gesamte Atmosphäre ist stimmig und nimmt den Hörer mit auf die Reise. Die Sprecher agieren passabel bis gut: Martin Sabel gibt einen sympathischen Dogo, und Robert Lenkey mit seinem leichten ungarischen Akzent gefällt in der Rolle des Malrik. Auch Bettina Zech und Christian Rudolph passen gut in ihre Rollen. Nur die unheilschwangere Stimme von Gabriel-Burns-Erzähler Jürgen Kluckert will überhaupt nicht zu einer Fantasy-Atmosphäre passen. Gerade die schwulstigen Erzählerpassagen sind mit unnötigen Gabriel-Burns-Anleihen belastet ("Die Hölle brach los!"), so dass man sich mit Kluckert im falschen Hörspiel wähnt: Die Stimme ist einfach "besetzt" von einer anderen Serie.

Kritikwürdig sind zum einen die allzu eindimensional angelegten Charaktere: Einstiegsfolgen habens ja prinzipiell nicht leicht, sie müssen die Hauptfiguren einführen, die Story anreißen, Appetit auf mehr machen... Aber es zeichnet sich jetzt schon ab, dass die Figuren recht simpel und stereotyp gestrickt sind, wie etwa der mürrische Rodge, der hünenhafte Held Telon, der tolpatschige Möchtegern-Zauberer Dogo, der undurchsichtige Zauberer Malrik und natürlich die bösen bösen Vargonen ... Das gabs alles so oder ähnlich schonmal und ist also nichts unwiderstehlich Neues, das man unbedingt haben müsste. Zum anderen leidet das insgesamt kurzweilige und humorige Script von Peter Lerf an ebenso stereotypen Dialogen - es ist eben einfache, leichte Serienkost, die man mit "Drachenfeuer" vorstellt.

Mal hören, wie sich das Ganze weiter entwickelt. Die Reise der dezimierten Heldentruppe geht demnächst in Folge 2 weiter, einige neue Charaktere werden ins Spiel gebracht, ein weiterer Zauberer, eine Jägerin, und dann ja auch noch die Seeschrecken... es könnte spannend werden!


Fazit:

Bislang nix wirklich Neues: leichte Serien-Unterhaltung mit gut gemachter Atmosphäre für zwischendurch

Weitere Informationen: http://www.dragonbound.de/